Die Wahl der richtigen Fliesengröße
Die Wahl der Fliesengröße
Häufig stellen sich unsere Kunden die Frage, welche Fliesengröße für ein kleines Bad oder einen kleinen Raum verwendet werden sollte. Die uralten Aussagen, dass ein kleiner Raum nur mit kleinen Fliesen ausgestattet werden könne, sind mehr als überholt. Gerade in kleinen Räumen lassen großformatige Fliesen die Flächen großzügiger wirken. Durch die geringere Anzahl an Fugen wird die Fläche optisch weniger unterbrochen und erscheint ruhiger und einheitlicher. Ein positiver Nebeneffekt ist natürlich, dass durch die Reduktion der Fugenanzahl auch die Pflege einfacher wird.
Die Stilrichtung ist ein sehr entscheidendes Kriterium
Besonders bei Stein-, Marmor- und Betonoptiken kommen große Formate gut zur Geltung, da sich die natürliche Optik auf größeren Flächen besser entfalten kann. Maserungen und Linien sind durchlaufend und sorgen so für einen natürlichen Effekt. Diese Regel gilt allerdings nicht, wenn man sich an Retro, Landhaus, Cotto oder Jugendstil orientiert. Wenn man stilgerecht denkt, dann sind großformatige Platten in dieser Ära nicht erhältlich gewesen. Hier setzt man nach wie vor kleinere Formate ein.
Das größte Format ist nicht immer das beste
Fliesenlegen ist eine planbare Angelegenheit. So sollte heutzutage im Zeichen der Teilflächenverfliesung und der Großformate generell eine Ermittlung der Fliesenmenge nach Stückzahl erfolgen. Alte Regeln wie „Mein Fliesenleger hat gesagt, nimm mal 10 % Verschnitt“ gehen bei den Großformatfliesen nicht mehr auf. Stellt man fest, dass sich unglückliche, sehr schmale Abschnitte ergeben, welche sich nicht über das Fugenraster vermeiden lassen, so sollte man schauen, ob nicht das nächstkleinere Format die bessere Lösung ist.
Die Fugenfarbe ist entscheidend
Ein ebenfalls sehr wichtiges Kriterium wird häufig unterschätzt: die Wahl der Fugenfarbe! Auch hier werden wir häufig mit Standardaussagen wie „Mein Fliesenleger hat gesagt, nimm Silbergrau“ konfrontiert. Es mag sein, dass dies die Lieblingsfarbe des Handwerkers ist. Das kann aber bedeuten, dass die Wirkung einer Fläche negativ beeinflusst wird. In der Regel empfehlen wir eine Ton-in-Ton-Verfugung. Eine schwarze Fliese sollte daher schwarz verfugt werden, damit eine einheitliche Flächenwirkung entsteht und die Fugen nicht stärker hervorstechen als die Fliesen. Entsprechendes gilt selbstverständlich auch für helle Beläge. Bei Fliesen mit historischem Charakter sollte jedoch auf eine stilgerechte Umsetzung geachtet werden. Terrakotta- und Jugendstil-Bodenfliesen sollten daher grau verfugt werden, da hierfür ursprünglich einfacher Zement verwendet wurde.